Druck – auferlegt oder selbst kreiert?

Druck zu verspüren ist für die Meisten von uns sehr unangenehm. Er ist nicht immer schlecht, manchmal führt er dazu, dass wir kreativer werden, dass wir uns mehr abverlangen und neue Wege einschlagen müssen, um an unser Ziel zu gelangen. Manchmal ist es jedoch so, dass wir nach unserem Energieschub dann ganz plötzlich in ein Loch der Erschöpfung fallen. Es gibt viele Wege damit umzugehen und ich stelle Euch gerne meine „Methoden“ vor 🙂

Zunächst einmal haben wir natürlich alle verschiedene Grenzen und fühlen uns somit in manchen Situationen schneller oder weniger schnell als andere unter Druck gesetzt. Für mich unterscheide ich hier in zwei Kategorien:

  1. Druck, der von außen kommt und
  2. Druck, den wir selbst kreieren.

Ich finde es sehr hilfreich, den Dingen erstmal auf den Grund zu gehen, denn so kann ich mein Problem bei der Wurzel packen und nach sinnvollen Lösungen suchen. Es macht einen großen Unterschied, ob gerade wirklich etwas von uns erwartet wird oder ob wir zu große Erwartungen an uns selbst haben.

Druck von Außen

Unsere ToDo Liste wird immer länger, der Stapel auf unserem Schreibtisch wird trotz Überstunden nicht kleiner, Am Wochenende sind wir auf 3 Geburtstage eingeladen, für die wir noch Geschenke kaufen und Kuchen backen dürfen,… Ihr kennt solche Situationen? Na dann erstmal Glückwunsch! Die Menschen in Eurem Umfeld halten Euch für stark und haben keine Bedenken, dass Ihr alles unter einen Hut bekommt. Dabei vergessen die Kollegen gerne, dass ihr ein Privatleben habt und Freunde, dass Ihr irgendwann auch mal Zeit für Euch braucht. Was also tun?

Früher habe ich wirklich versucht, alles zu schaffen und jeden glücklich zu machen. Wer will schon das enttäuschte Gesicht der Schwester sehen, weil man dieses Jahr an Weihnachten daheim bleibt, statt mit der ganzen Familie zu feiern? Wer sagt seinem/r ChefIn gerne „Sorry, das schaffe ich heute nicht auch noch“?

Doch wir müssen Grenzen ziehen. Nein sagen. Meistens ist das für unser Gegenüber erstmal nicht so toll, vor allem, wenn man das von uns nicht gewohnt ist. Wir sind aber nicht da, um allen Arbeit abzunehmen und jeden glücklich zu machen. Ich meine natürlich nicht, dass man einfach zu allem Nein sagt, worauf man keine Lust hat 😉 Wir haben unsere Pflichten, geben Versprechen, die wir dann auch halten sollten. Aber wie oft wollten Kollegen schon die Schicht am Wochenende tauschen? Wie oft organisierst Du Ausflüge mit Deinen Freunden, weil Du das so gut kannst? Wie oft gehst Du einkaufen, weil Du einen besseren Überblick als Deine Mitbewohner hast? Manche Dinge werden irgendwann zu ungeliebten Gewohnheiten.

Ehrlichkeit ist das beste Mittel, um uns wieder Raum zum Atmen zu geben. Wir müssen uns von der Annahme verabschieden, dass wir unseren Arbeitsplatz oder unsere Freunde verlieren, nur weil wir nicht alles tun wollen und tun können, was gerade erwartet wird. Ihr schafft Eure Arbeit nicht? Fragt nach Unterstützung. Die ein oder andere Mail können meist auch KollegInnen schreiben. Sagt, wenn Ihr mal eine Stunde absolute Konzentration braucht und nicht auch noch 5 Telefonate annehmen könnt. Sagt, wenn Ihr einfach zu kaputt seid, um auf einen Geburtstag zu gehen. Denn ich kann Euch mit Sicherheit sagen: Wir alle kennen diese Situationen. Und sollte dann doch mal jemand beleidigt sein, darf er das. Es muss uns aber nicht belasten 😉

Druck, den wir selbst kreieren

Habt Ihr mal darauf geachtet, wie oft Ihr Euch selbst Dinge sagt, wie z.B. „Das muss ich doch hinkriegen“, „Wenn ich das nicht mache, enttäusche ich XY“, „Die anderen können das aber auch“, „Wenn ich das nicht schaffe, blamiere ich mich“, usw.

Gedanken schießen uns einfach in den Kopf, da können wir nicht viel machen. Außer uns bewusst zu machen, was wir da eigentlich dauernd denken und uns zu fragen, wie wahr diese Gedanken tatsächlich sind.

Ein Beispiel: Ich hab total Stress damit, Neues auszuprobieren, wenn mir andere zuschauen. Warum? Weil ich denke, dass ich mich blamiere, wenn ich etwas nicht sofort richtig mache. Dabei ist es noch nie passiert, dass sich jemand über mich lustig gemacht hat, weil ich etwas nicht wusste oder nicht perfekt konnte.

Wir setzen uns unnötig unter Druck, weil wir voraussetzen, dass andere dieselben Erwartungen an uns haben, die wir an uns selbst stellen. In Wirklichkeit denkt wahrscheinlich niemand, dass wir alles tun und können müssen. So weit, so gut. Doch nur durch diese Erkenntnis, verschwindet dieses Druckgefühl meistens nicht.

Nun, ich habe nicht das eine gültige Rezept, um mit diesen Situationen besser umzugehen, doch es hilft mir sehr, Abstand zu gewinnen und mir diese Fragen zu beantworten :

  • Was genau stresst mich an der Situation so sehr, dass ich diesen Druck verspüre?
  • Gab mir irgendjemand wirklich einen Grund mich so zu fühlen?
  • Was ist das Schlimmste, was passieren kann, sollte ich die Erwartung nicht erfüllen können?
  • Bin ich gerade in einer Drucksituation für eine Sache, die ich wirklich tun möchte oder nur, weil ich denke, dass ich etwas leisten muss?

Ja, manchmal lohnt es sich am Ball zu bleiben und dem Druck stand zu halten. Manchmal dürfen wir aber auch einfach loslassen und mit uns zufrieden sein, auch wenn wir gerade nicht das Rad neu erfinden.

Einfach mal loslassen

Es gelingt mir nicht immer zu erkennen, dass ich Vieles selbst in der Hand habe. Aber es gelingt mir immer öfter und das ist ein großer Fortschritt. Wenn ich einige Jahre zurück denke, dann sehe ich mich selbst als einen Mensch, der alles in sich rein frisst und perfekt sein will, um jeden Preis. Die Perfektionistin ist ein Teil von mir, genau wie die Frau, die will, dass es allen gut geht. Heute zählen aber mein Glück und meine Gesundheit mindestens genauso viel für mich. Um an diesen Punkt zu kommen bin ich aber auch sehr oft auf meine Nase gefallen 😉

Übrigens: Lustigerweise habe ich mich genau für diesen Beitrag unter Druck gesetzt. Er sollte interessant und gut zu lesen sein, denn es ist der erste Beitrag, auf den ich auch auf meinem Instagram Profil aufmerksam mache. Ich hatte mit mir zu kämpfen. Jetzt schaue ich einfach, was passiert 🙂

Wann habt Ihr Euch das letzte Mal unnötig verrückt gemacht? Kommentiert gerne unter diesem Beitrag!

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