Las Vegas oder Kugelbauch?

Liebe Otter, etwas, was mich mehr bewegt hat als ich dachte, war die Geburt der Tochter meiner besten Freundin vor wenigen Monaten. Weitere 5 Frauen in meinem näheren Umfeld sind gerade schwanger oder haben kürzlich entbunden. Es wird oft von der sogenannten „inneren Uhr“ gesprochen, wenn es um Frauen geht. Denn scheinbar haben wir sie alle und spätestens ab dem 30. Lebensjahr tickt sie und wir verfallen urplötzlich in Panik, weil wir uns nichts sehnlicher wünschen, als endlich geschwängert zu werden. Kommt Euch bekannt vor? Mir auch nicht.

Ein Kind zu bekommen halte ich wirklich für etwas Magisches und ich kann nur erahnen, wie sehr es einen verändert. Ich selbst hatte allerdings nie diesen Kinderwunsch oder das Verlangen, eine Familie zu gründen. Damit bin ich nicht alleine.

Auch heutzutage gibt es immer noch die Annahme, dass ein Baby das höchste Ziel einer Frau ist. Wie oft wurde mir schon gesagt: „Warte mal ab, bis du 30 bist…“ oder „Dir fehlt nur noch der richtige Mann“. Solltet Ihr das schon mal zu jemandem gesagt haben: Hört auf damit. Bitte. 😉 Ich empfinde diese Sätze als absolut respektlos und daneben, denn sie sprechen mir die Fähigkeit ab, für mich selbst entscheiden und denken zu können. Als wüssten andere mehr über meinen bisherigen Lebensweg und mein Innerstes, als ich selbst.

Nicht jede Frau möchte eine Familie gründen, das ist Fakt. Wir finden nicht grundsätzlich alle Babys süß. Und nein, das bedeutet nicht, dass wir deswegen Kinder hassen. Ich selbst war mit 24 ungeplant schwanger und habe mich gegen dieses Kind entschieden, weil einfach alles in mir Nein! geschrien hat. Das bedeutet nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen das Kinderkriegen habe.

Für mich gibt es da ganz entscheidende Fragen.

  1. Was will ich in meinem Leben?
  2. Lässt sich das mit einem Kind vereinbaren?
  3. Auch wenn es mit dem Partner nicht klappt?

Mein Leben soll ein möglichst spannendes Abenteuer sein. Ich möchte noch mehr reisen, ich möchte ein Wochenende in Las Vegas verbringen und mich möglichst, wie im Film Hangover, danach an nichts mehr erinnern. Ich möchte spontan auf Festivals fahren, vielleicht noch eine Weile im Ausland leben, ein Geschäft gründen,… kurz: Es könnte risikoreich bleiben 😉

Also, lässt sich das mit einem Kind vereinbaren? Ich denke nicht, dass ich diese Frage tatsächlich mit Sicherheit beantworten kann, aber ich denke, dass es vermutlich schon gehen würde. Auch wenn es ganz sicher nicht immer einfach wäre. Nur dann komme ich zur nächsten Frage: Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich auf meine Freiheit bestehe? Oder kann ich das Kind mitnehmen auf meine Abenteuer und ihm eine tolle Kindheit schenken? Ist das realistisch? Und wenn es nicht funktioniert, muss ich dann alles aufgeben? Bin ich dann noch ich? Fragen über Fragen.

Wie Ihr wisst, habe ich vor Kurzem meinen 30. Geburtstag gefeiert. Im Moment lebe ich in einer schönen Beziehung und bei den ganzen Kugelbäuchen um mich herum, kann ich nicht abstreiten, dass ich mir natürlich ab und zu Gedanken darüber mache, ob es nicht doch eine Option wäre. Schon alleine um dem Kind meiner besten Freundin einen coolen Spielgefährten zu schenken… 😛 Spaß beiseite… Die Wahrheit ist: Es gibt nicht wirklich DIE Antwort auf diese ganzen Fragen.

„In erster Linie sollten wir mit uns glücklich sein, ganz unabhängig, was sonst um uns herum steht und fällt.“

Was für uns Frauen erstmal wichtig ist, ist den Druck raus zu nehmen. Man sollte sich nie für einen so großen Schritt entscheiden, nur weil es von anderen erwartet wird. Wir müssen keine Kinder bekommen, aber wir können, wenn wir es wollen. Wir müssen nicht perfekt sein. Weder im Job noch als Mutter. Wir sind eigenständige Menschen auch außerhalb von Beziehungen und Mutterschaft. Wir haben das Recht, unsere Träume zu verwirklichen. Auf unsere Art und wie wir es für richtig halten. Wenn wir dabei ein Baby im Arm halten: Großartig! Wenn nicht: Großartig!

Unser Leben ändert sich ständig und wir uns mit ihm. Wir entwickeln uns weiter, machen Erfahrungen und lernen uns selbst immer besser kennen. Unsere Bedürfnisse ändern sich. Würde ich meinem 27-jährigen Ich gegenüberstehen, hätten wir nicht mehr allzu viel gemeinsam. Welche Version von uns die beste ist und ob da ein Baby dazugehört oder nicht, entscheiden letztendlich wir und nur WIR SELBST. Nicht unsere Eltern, Geschwister, Freunde, die Gesellschaft, unsere Kollegen,… Weder die Entscheidung dafür, noch dagegen macht aus uns eine bessere oder schlechtere Frau. Es macht uns einfach nur zu den Menschen, die wir sein wollen.

In erster Linie sollten wir mit uns glücklich sein, ganz unabhängig, was sonst um uns herum steht und fällt. Alles andere bringt das Leben.

Ich wünsche Euch Liebe und gute Vibes!

Euer Otter

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